Schritt für Schritt Nachbauanleitung mit vielen Fotos für das Weidezaungerät


05.10.2014

Hier kommt meine Schritt für Schritt Aufbauanleitung

Als erstes alle Bauteile zurechtlegen.

Wir benötigen die Platine, die Bauteile, einen Lötkolben, einen kleinen Seitenschneider, ein Tuch mit etwas Verdünnung sowie einen spitzen Gegenstand zum weiten der Löcher für die dicken Bauteile.

 

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Bauteile und Platine zurechtlegen
Platine Lötseite kontrollieren

1. Teile zurechtlegen

Schauen das die Bauteile alle da sind und einen Blick auf die Platine werfen.

Ob Ihr die Platine selbst gemacht habt oder bei mir im Shop bestellt habt ist egal, aber Ihr solltet noch einmal schauen das Sie weder eine Brücke (Kurzschluss) oder eine Unterbrechung hat. Auch mir kann es passieren das irgendwo ein Fussel beim Belichten einen Kurzschluss fabriziert, der mit dann hinterher nicht aufgefallen ist.

Am besten die Platine mal gegen helles Licht halten.

Ist alles OK dann gehts weiter:

Notfalls kann eine Unterbrechung jetzt noch mit einem Lötknubbel und ein Kurzschluss mit einem Messer repariert werden.

 

Die Platine auf den Fotos ist im Übrigen nicht besonders schön, daher habe ich die auch für den Musteraufbau genommen. Die schöneren verkaufe ich dann im Shop.

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Platine entschichten
Rechts schon blank

2. Platine entschichten

Die geätzten Platinen sind von Haus aus mit Photolack beschichtet, der sich in der Regel nur sehr schlecht löten lässt.

Also ganz wichtig, den Fotolack Entfernen!

Am besten geht das mit einem Lappen und etwas Verdünnung.

Auf dem rechten Foto kann man den Unterschied erkennen.

 

Bei professionell hergestellten Platinen mit Lötstopplack (meist grün) entfällt das Entschichten und die genauere Kontrolle selbstverständlich.

Hier sind die Pads auf denen gelötet wird meist auch schon verzinnt oder vergoldet, so das sie das Lötzinn besser annehmen.

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Transistoren Bestückungsseite
Transistoren Lötseite
Fertige Lötstellen
 

3. Transistoren

Als nächstes setze ich die Transistoren ein.

Auf die richtige Einbaurichtung achten!

Die flachen Seiten zeigen weg vom dicken T3.

Unten spreize ich die Beinchen etwas, damit die Transistoren nicht raus fallen.

Nun wird verlötet. Man braucht zwar schon sehr viel Hitze um die Transistoren kaputt zu grillen aber dennoch nicht zu lange heiß machen. Es macht daher auch Sinn die Beinchen der Transistoren abwechselnd zu löten, währenddessen kann der andere etwas abkühlen. Also erst Bein 1 Transistor-A dann Bein 1 Transistor-B dann Bein 2 Transistor-A usw...

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4. Kondensatoren

Elkos Bestückungsseite
Elkos gelötet
Drähte gekürzt
 

Als nächstes setzen wir die beiden Elkos ein.

Auch hier ist auf die Polung zu achten!!
Bei C1 zeigt + (längeres Bein) weg von T3

Bei C2 zeigt + (längeres Bein hin zu T3

Die Beinchen wieder etwas spreizen damit Sie nicht herausfallen, Platine umdrehen und löten. Ich habe meine Lötzinnrolle als Unterlage verwendet damit die Platine trotz der hohen Bauteile besser aufliegt und nicht wackelt.

Überstehende Beinchen abkneifen.

Wieder Sichtkontrolle, ob sich nirgendwo eine Lötbrücke eingeschlichen hat oder das Lötzinn nicht schön zerflossen ist (kalte Lötstelle).

Im Zweifel wieder gegen Licht halten und bei Bedarf nachlöten.

 

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5. Leistungstransistor

Löcher weiten
Geweitete Löcher Lötseite
Gelöteter Transistor
Ergebnis

Da die vorgebohrten Löcher auf meinen Platinen nur 0,8mm haben, müssen die Löcher für den Transistor etwas vergrößert werden.

Ich habe dazu einfach meine Lötkolbenspitze von beiden Platinenseiten kurz in jedes Loch gedrückt. Dadurch sind die Löcher groß genug geworden. Das ist zwar nicht die professionelle Lösung aber funktioniert zumindest bei meinen Platinen und ich muss keine Bohrmaschine holen.

Der Transistor muss mit dem Kühlblech nach Innen (zur Platine hin) montiert werden.

Das ist im Bestückungsplan sehr missverständlich!

Beim Löten ist auf viel Löthitze zu achten, da die dicken Anschlussdrähte einige Hitze von der Lötstelle abführen.

Das Zinn soll schön über das ganze Pad verlaufen. Also eventuell noch einmal nachlöten.

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6. Widerstände

Widerstände Bestückungsseite
Widerstände Lötseite

Normalerweise fange ich immer mit den Widerständen an, habe das diesmal aber anders gemacht.

Die Widerstände dürfen nicht verwechselt werden!

Die Widerstände haben zwar keine Polung aber ich empfehle den Einbau immer in "Leserichtung" Goldring (Toleranzring) immer nach unten oder rechts. So kann man die Werte ohne hin und her drehen der Platine alle lesen. Das vereinfacht die Kontrolle bei einer eventuellen Fehlersuche!

Also Widerstände einsetzen, Beinchen Spreizen und alles verlöten.

Angefangen habe ich mit:

R1+R4 braun/schwarz/rot

R5 orange/orange/rot (stehend einlöten)

R2+R3 braun/rot/orange

Endkontrolle nicht vergessen!!

 

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7. Schraubklemmen

Löcher weiten
Geweitete Löcher Lötseite
Klemmen Bestückungsseite
Klemmen Lötseite

Die Löcher für die Schraubklemmen wieder weiten und auf genügend Löthitze sowie genügend Zinn achten. Besonders der Pin an der Massefläche benötigt viel Hitze, da die Massefläche die Wärme ableitet.

Damit die Klemmen nicht immer aus Ihren Löchern fallen, am Besten unterlegen.

Man kann deren Beinchen ja nicht vernünftig spreizen.

 

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8. Leiterbahnen verstärken

Die an 2 Stellen verstärkte Leiterbahnen

An mindestens zwei Stellen macht es Sinn die Leiterbahnen etwas zu verstärken, damit "mehr Strom durch passt". Ich habe die entscheidenden Leiterbahnen einfach verzinnt (einfach etwas Lötzinn auf die Kupferbahn gelötet). Bei professionell hergestellten Platinen mit Lötstoplack geht das natürlich nicht, da muss man einen Draht verwenden, den man an entsprechenden Bauteilfüsschen (Lötpads) mit anlötet. Ansonsten müsste man über die ganze Strecke den Lötstopplack weg kratzen.

Irgendwann mache ich vielleicht mal ein "robusteres" Layout mit dickeren Bahnen für den Leistungsteil.

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9. Trafo anschliessen

Trafo anlöten
Endprodukt

Als nächstes werden Drähte an den Trafo gelötet.

Die 12-Volt Seite bekommt dicke Anschlussdrähte damit genügend Strom fliessen kann ohne zu großen Spannungsverlust.

Ich habe altes Lautsprecherkabel verwendet.

Die 12-Volt Seite ist beschriftet und hat bei dem von mir gelieferten Trafo immer zwei Pins je Seite.

 

Zum testen ob die Spannung für Funken reicht, habe ich auf der 230 Volt Seite zwei Drähte angelötet die sich nur fast berühren. Dafür habe ich zwei abgeschnittene Bauteil-Beinchen verwendet.

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10. Endkontrolle + Inbetriebnahme

Es entstehen tatsächlich schöne Funken...
Funken...
Funken...

Vor der Inbetriebnahme sollte man nochmal alles genau kontrollieren.

- Hat sich nicht doch irgendwo eine Lötbrücke eingeschlichen?

- Ist kein Drahtrest oder Lötkrümel irgendwo hängen geblieben und macht einen Kurzschluss?

- Sind die Transistoren und Elkos richtig herum eingesetzt?

usw..

 

Wenn alles kontrolliert ist, sollte man den Arbeitsplatz von allen Drahtresten und Lötkrümeln befreien.

Wenn man ein Labornetzgerät hat kann man die Schaltung am sichersten mit Spannung versorgen wenn man die Strombegrenzung nutzt und den Strom langsam aufdreht. Wird übermäßig viel Strom geschluckt ohne das die Schaltung läuft kann man so vielleicht noch einen Fehler finden ohne das gleich alles "abgeraucht" ist.

 

Bei mir sind bei 6 Volt tatsächlich schon schöne Funken entstanden und beim Anfassen hat es gezwickt.

 

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11. Video der Inbetriebnahme

Mein Labornetzgerät hat einen Stromverbrauch von ca. 800mA angezeigt aber das muss nicht stimmen. Da ist ein Lastwiderstand abgeraucht und ich denke es zeigt daher etwa einen doppelt so hohen Stromverbrauch an.

Andererseits war mir im Betrieb nicht aufgefallen das die Strombegrenzungs LED auch geleuchtet hatte.

Und wie genau die Anzeige bei so Impuls-Stromflüssen ist weiß ich auch nicht.

Würde also nicht nach den Anzeigen gehen.

 


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