Schritt für Schritt Aufbauanleitung mit vielen Fotos von der Knolle mit dem P


08.03.2014

Vorgeschichte

Fertige Elektronische Sicherung
Fertige Elektronische Sicherung

Da im Forum mehrere Leute Probleme beim Nachbau der Sicherung geschildert hatten und sie nicht zum laufen bekommen haben, habe ich mich entschieden sie selbst einmal in der aktuellen Version aufzubauen.

Ich habe mir daher einen Teilesatz und eine Platine aus dem Shop genommen und das ganze dann zusammen gelötet um eventuell einen Fehler zu finden oder nachzuvollziehen wo das Problem sein könnte.

Das ganze habe ich dann gleich schön dokumentiert um es hier online zu stellen.

Vielleicht hilft das jetzt dem ein oder anderen auch beim Nachbau!

 

 

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Vorbereitung

Das Ausgangsmaterial
Fertige Elektronische Sicherung

Am Sichersten gelingt der Aufbau der Sicherung auf einer geätzten Platine.
Entweder ihr ätzt euch die Platine anhand meiner Platinenvorlage (Layout) oder ihr bestellt euch die Platine und Bauteile bei mir im Shop.

Hier habe ich ganze Sache einmal mit Teilen aus meinem Shop aufgebaut.

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1. Sichprüfung

Sichtprüfung der geätzten Platine
Sichtprüfung der geätzten Platine

Auch wenn die Platine aus meinem Shop ist, am besten erst eine Sichtprüfung machen um zu sehen ob nicht doch irgendwo ein Kurzschluss oder eine Unterbrechung ist.

Noch kann man so etwas einfach sehen, besonders wenn man die Platine gegen das Licht hält.

Ein kleiner Fussel beim Belichten kann da schon eine unerwünschte Brücke zwischen Leiterbahnen verursachen, die bei der Kontrolle vielleicht übersehen wurde. Oder ein Dicker Kratzer hat eine Leiterbahn unterbrochen und nachher findet man den Fehler nicht.

 

 

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2. Entschichten

Farbveränderung beim entfernen des Schutzlackes (rechts = gereinigt)

Platinen aus meinem Shop sind noch mit einem Schutzlack versehen (dem Fotolack) der die Kupferflächen vor der Säure beim ätzen sowie vor Oxydation schützt.

Der Lack lässt sich nur schlecht löten! Den Lack daher bitte mit Verdünnung oder ähnlichem (Nagellackentferner) gut abreiben damit auch funktionierende Lötverbindungen entstehen.

Wird nicht entschichtet, sind fehlerhafte Verbindungen vorprogrammiert!!!

Auf dem Foto sieht man deutlich den Farbunterschied der vom Lack befreiten Leiterbahnen.

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3. Löcher weiten

Geweitete Löcher Bestückungsseite
Geweitete Löcher Lötseite

Die Platinen aus dem Shop sind 0,8mm vorgebohrt und die Löcher für die dicken Bauteile müssen noch etwas geweitet werden.

Hier für die Leistungstransistoren T4 sowie T5 und die beiden Schraubklemmen!

 

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4. Leistungstransistor einlöten

Leistungstransistor Bestückungsseite
Leistungstransistor Bestückungsseite
Leistungstransistor Lötseite
Leistungstransistor Lötseite

Als erstes setzen wir den sperrigen dicken, T4 ein. Das Geäuse ist asymmetrisch, also ist darauf zu achten das es richtig herum eingesetzt wird damit die Schraublöscher mit den Platinen-Löchern übereinstimmen. Passt es nicht, sitzt er falsch herum!

Bei den dicken Anschlussbeinchen ist auf genügend Löthitze zu achten, damit es da keine kalten Lötstellen gibt. 

Zumindest eine Schraube muss verwendet werden um den Transistor mit der Platine zu verbinden und zwar in erster Linie elektrisch!

Man sieht ja, das bei einer der beiden Schraubenlöchern auf dem Platinenlayout, eine Leiterbahn wegführt. Hier ist in jedem Fall eine Verbindung zu schaffen!

 

Nach dem Anziehen der Schraube(n) habe ich die Lötstellen nochmal nach gelötet, damit der Transistor auch schön plan auf der Platine aufliegt und kein Druck auf den Lötstellen ist. Nach dem abkneifen der Anschlussdrähte habe ich noch einmal nach gelötet, da mein kleiner 15Watt Lötkolben dann weniger Material erhitzen musste und besser zurecht kam.

 

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5. Widerstände

Widerstände eingesetzt
Widerstände eingesetzt
Drähte umgebogen
Drähte umgebogen
Widerstände verlötet
Widerstände verlötet
Drahtenden abgeknipst
Drahtenden abgeknipst

Die (kleinen) Widerstände mache ich meist immer alle auf einmal. Obwohl die Einbaurichtung bei den Widerständen egal ist, setze ich sie immer so ein wie man die Farbcodierung liest. Also von oben nach unten und links nach rechts. Die einheitliche Ausrichtung ermöglicht eine einfachere Kontrolle der Werte bei einer hoffentlich nicht nötigen Fehlersuche.


Die Drähte der Widerstände mit der Hand dicht am Gehäuse abwinkeln, so passen sie genau in die Löcher. Nach dem Einsetzen die Drähte auf der Leiterbahnseite ein wenig auseinander biegen, so fallen sie nicht mehr heraus.


Wenn alle in ihren Löchern stecken, kann gelötet werden. Nach dem Löten kontrollieren ob wirklich kein Widerstand mehr zurück gerutscht bzw. auf Abstand zur Platine gegangen ist, da das unschön aussieht. Eventuell nachlöten und währenddessen ein wenig drücken, ohne sich die Finger zu verbrennen.

 

Sichtkontrolle ob keine Kurzschlüsse gelötet wurden!!!

 

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6. Kondensatoren

Kondensatoren Bestückungsseite
Kondensatoren Bestückungsseite
Kondensatoren Lötseite
Kondensatoren Lötseite

Die beiden Kondensatoren auch in die Löcher stecken und die Beinchen etwas spreizen.

Bei dem Elko bitte auf die Polung achten. Plus ist unten und Minus bzw. der Balken (kürzeres Bein) zeigt oben zum Leistungstransistor.

Einlöten und Beinchen abkneifen.

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7. Die restlichen Transistoren

Transistoren Bestückungsseite
Transistoren Bestückungsseite
Transistoren Lötseite
Transistoren Lötseite

Die restlichen (3) Transistoren einsetzen und die Beinchen etwas spreizen.

Bei T5 zeigt das Metall zum Platinenrand, beim T3 zeigt das Fähnchen auch nach oben hin zu T5. Ebenso wie die abgeflachte Seite von T1.

Ein verpoltes Einsetzen kann bei Transistoren tödlich sein, jedenfalls für die Schaltung.

 

Wieder genaue Sichtkontrolle möglichst gegen Licht.

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8. Das Poti und die Klemmen

Poti und Klemmen
Spindelpoti und Platinenlüsterklemmen
Poti und Klemmen verlötet
Spindelpoti und Platinenlüsterklemmen verlötet

Beim Spindelpoti kann man eigentlich nicht viel falsch machen.

Einsetzen, Beine spreizen und anlöten.

Dann die Platinenlüsterklemmen:

Ich habe einfach mit einer Hand die Platine samt Lüsterklemme in Position gehalten und in der anderen den Lötkolben.

Das Lötzinn hatte ich so positioniert das ich dafür keine Hand brauchte sondern einfach mit der Platine zum Zinn hingegangen bin.

Bei den Lüsterklemmen wieder auf genügend Löthitze und genügend Zinn achten!

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9. Lastwiderstände

Anschlussbeinchen
Anschlussbeinchen
Lastwiderstände eingebaut
Lastwiderstände eingebaut

Die Beiden Lastwiderstände sind ein wenig zu groß für das Layout, daher sind die Beinchen ein wenig um die Ecke zu biegen. Das hat den Vorteil das die Widerstände auch nicht auf der Platine aufliegen und dadurch besser abkühlen können.

Wieder auf die Löthitze achten und die Widerstände mit Aufdruck leserlich einbauen.

 

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10. Leiterbahn verstärken

Verstärkte Leiterbahnen
Verstärkte Leiterbahnen

Generell sollte man die Leiterbahnen des Laststromkreises mit etwas Lötzinn verstärken oder gleich einen zusätzlichen Draht auflöten.

Besonders unter (neben) der Schraube des Lasttransistors ist die Masse-Verbindung ein wenig schlank geraten!

Zumindest hier sollte man etwas Zinn auftragen um die hauchdünne Kupferschicht etwas zu verstärken.

 

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11. Inbetriebnahme

Fertige Sicherung
Fertige Sicherung
Fertig verlötet
Fertig verlötet

Vor dem Anchließen nochmal eine Sichtkontrolle, ob nicht irgendwo ein Zinnkügelchen ist, wo es nicht hingehört.

Anschließend den Arbeitsplatz von Drahtresten und Lötzinnkrümeln befreien.

 

Angeschlossen wird die Sicherung im Prinzip nur mit der linken Klemme X2.

Sie kommt einfach zwischen den Verbraucher wobei X2-2 positiver sein muss als die untere X2-1

 

Für einen Funktionstest schließen wir die Sicherung an eine Stromquelle an. Idealerweise ein Labornetzgerät.

Plus der Spannungsversorgung an X2-2 (obere Klemme) die Last (z.B. Glühlampe) zwischen Minus des Netzgerätes und X2-1 (untere klemme).

 

Das Poti sollte ganz auf Links stehen.

Wenn wir Strom geben, sollte die Lampe leuchten.

Nun drehen wir so lange das Poti nach rechts bis die Lampe erlöschen sollte. (Die Sicherung hat ausgelöst)

Nun können wir das Poti etwas zurück drehen, die Lampe sollte aber ausbleiben, jedenfalls so lange bis wir den Strom unterbrechen oder an der Reset- Klemme X1 eine Verbindung herstellen (Taster).

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Noch ein paar Bilder

Das war der Anfang
Das war der Anfang
Sicherung -Von Oben
Von Oben
-Von der Seite
Von der Seite
-In der Hand
In der Hand

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Video-Funktionstest

Sonstiges

Sorry für die schlechte Qualität der Fotos, aber ich sitze hier mitten in der Nacht am Schreibtisch und habe hier keine vernünftige Beleuchtung.

Jetzt geh ich erst mal schlafen.

Gute Nacht!


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