Ich habe das 4-Kanal-Lauflicht aufgebaut und meine Erfahrungen könnt Ihr hier lesen.


Bauteile und Platine aus meinem Onlineshop
Bauteile und Platine aus meinem Onlineshop

1. Platine kontrollieren:

Wenn Ihr die Platine vor Euch liegen habt, solltet Ihr als erstes genau hinschauen ob sich irgendwo ein Kurzschluss oder eine Unterbrechung eingeschlichen hat. Auch bei Platinen aus meinem Shop kann ja mal ein Fussel beim Belichten unbemerkt bleiben, auch wenn ich die Platinen immer kontrolliere. Im Zweifel gegen Licht halten oder mit einem Durchgangsprüfer die fragliche Leiterbahn nachmessen.

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Fotolack Entfernen
Fotolack Entfernen

2. Platine entschichten:

Ganz wichtig, vor dem Löten den vorhandenen Fotolack von der Platine "putzen". Bei meinen im Shop angebotenen Platinen lasse ich den Lack immer drauf weil dann das Kupfer bei der Lagerung so vor Oxidation geschützt ist. Am besten geht das entfernen mit Verdünnung, Acetonhaltigem Nagelack-Entferner oder ähnlichem und einem weichen Lappen bzw. Klopapier. Notfalls auch mit Stahlwolle oder feinem Schmirgel.
Den Farbunterschied sollte man sofort erkennen. Lötstellen auf dem Fotolack benötigen sehr viel Hitze um den Lack zu schmelzen und die Lötstellen kontaktieren oft nur unzuverlässig. Also Fotolack immer vorher entfernen.

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IC-Beinchen richten
IC-Beinchen richten
IC eingelötet Bestückungsseite
IC eingelötet Bestückungsseite
IC-eingelötet Lötseite
IC-eingelötet Lötseite
 

3. IC einsetzen:

Nun wird der IC oder der IC-Sockel (falls mitgeliefert) eingesetzt und verlötet.
Bei IC sowie Sockel bitte gleich auf die Ausrichtung achten, denn ein falsch ausgerichteter IC-Sockel verleitet zum falsch herum einsetzen des IC und dann kann die Schaltung nicht funktionieren und im ungünsigstem Fall der IC dauerhaft ausfallen. Damit die IC-Beinchen in de Löcher passen, das IC einfach schräg auf die Tischplatte drücken um die Beinchen gleichmässig etwas nach innen zu verbiegen.
Verlötet man vorerst nur 2 gegenüberliegende Beinchen des IC bzw. des Sockels, kann man den IC mit einem Finger nochmals leicht in die Platine drücken während man die beiden Lötstellen nacheinander nochmals erhitzt. Dadurch liegt der IC dann ganz plan auf der Platine. Nun kann man die restlichen Lötstellen verarbeiten.
Da der IC selbst etwas hitzeempfindlich ist, eventuell zwischendurch mal eine kleine Pause einlegen falls der IC sonst zu heiss wird.

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Widerstände eingelötet Bestückungsseite
Widerstände eingelötet Bestückungsseite
Widerstände eingelötet Lötseite
Widerstände eingelötet Lötseite

4. Widerstände:

Als nächstes habe ich die Widerstände eingelötet. Diese richte ich immer so aus das man die Werte eingebaut auch gut ablesen kann. Farbcodierung immer von oben nach unten oder links nach rechts, wie man auch ein Buch liest. Sprich der goldene bzw. silberne "Schlussring" wird immer nach unten oder nach rechts ausgerichtet. Falls das Lauflicht später nicht funktioniert, erleichtert das die Fehlersuche. Nach dem Verlöten die zu langen Anschlussbeinchen mit einem Seitenschneider abkneifen.

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Transistoren eingelötet Bestückungsseite
Transistoren eingelötet Bestückungsseite
Transistoren eingelötet Lötseite
Transistoren eingelötet Lötseite

5. Transistoren:

Als nächstes kommen die Transistoren an die Reihe. Bei den 2 kleinen darauf achten das die abgeflachten Seiten in die richtige Richtung zeigen. Bei den Dicken BDs ist darauf zu Achten das anders als im Bestückungsplan vielleicht abgebildet die Metallische Seite des Transistors zum IC hin zeigen müssen. Bei den dicken Anschlussbeinchen auf genügend Löthitze achten, damit es keine sogenanten "kalten Lötstellen" gibt, die nicht richtig kontaktieren. Je dicker die Anschlüsse desto mehr Hitze muss zugeführt werden.

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Kondensatoren eingelötet Bestückungsseite
Kondensatoren eingelötet Bestückungsseite
Kondensatoren eingelötet Lötseite
Kondensatoren eingelötet Lötseite

6. Kondensatoren:

Bei den beiden Elkos (Elektrolyt-Kondensatoren) zeigen die beiden Minus-Pole zueinander. Zu erkennen sind die durch einen dicken Strich auf dem Gehäuse.

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Platinenklemmen und Poti eingelötet Bestückungsseite
Platinenklemmen und Poti eingelötet Bestückungsseite
Platinenklemmen eingelötet Lötseite
Platinenklemmen und Poti eingelötet Lötseite

7. Platinenklemmen:

Die Löcher für die Platinenlüsterklemmen müssen vor dem Einsetzen derselben geweitet werden, da ich meine Platinen immer nur mit 0,8mm vorgebohrt ausliefere. Notfalls mit einem spitzen Gegenstand ein wenig in den Löchern herumpopeln. Dann die 4 Lüsterklemmen für den Ausgang zusammenstecken und dann gemeinsam den Klemmenblock in die geweiteten Löcher drücken und mit viel Löthitze verlöten. Auch hier wieder nur 2 auseinander liegende Lötstellen verlöten um dann mit einem Finger nochmals etwas Druck auf die Klemme auszuüben während man die Lötstellen nochmals erhitzt. So liegt die Klemme auch schön plan auf der Platine auf. Nun alle Lötstellen mit viel Hitze verarbeiten. Die einzelne Klemme für die Stromversorgung ebenfalls einlöten.

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Platinenklemmen und Poti eingelötet Bestückungsseite
Platinenklemmen und Poti eingelötet Bestückungsseite
Platinenklemmen und Poti eingelötet Lötseite
Platinenklemmen und Poti eingelötet Lötseite

8. Poti:

Die Löcher für das Poti müssen ebenfalls geweitet werden, wenn das Poti direkt auf der Platine sitzen soll. Man kann natürlich auch ein Poti mit Achse und Knopf für den Gehäuseeinbau nutzen und selbiges dann mit 2 oder 3 Drähten mit der Platine verbinden.

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9. Sichtprüfung:

Nachdem alles eingelötet ist und alle überstehenden Drahtenden abgelängt wurden sollte eine genaue Sichtung der Lötsteite vorgenommen werden. Sind nirgendwo Lötbrücken entstanden? Sind keine Drahtreste oder kleine Lötzinnkügelchen irgendwo zwischen den Leiterbahnen verblieben. Auch keine Kupferspähne vom bohren oder weiten der Löcher zu sehen?

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10. Test:

Nach der Sichtprüfung bitte die Arbeitsfläche gründlich von allen Metallteilen befreien. Nun kann die Schaltung getestet werden. An die Ausgänge der Schaltung sollten kleine Glühlämpchen oder auch LEDs mit Vorwiderstand  angeklemmt werden. Bei LEDs ist auf die richtige Polung zu achten und den passenden Vorwiderstand nicht vergessen, da die Ausgänge fast die komplette Versorgungsspannung durchschalten. Ist alles verkabelt kann die Schaltung mit Spannung versorgt werden. Ist ein Labornetzgerät vorhanden die Strombegrenzung langsam aufdrehen. Denn sollte irgendwo doch ein Fehler sein dann rettet die Strombegrenzung vielleicht das ein oder andere Bauteil vor dem Abrauchen.
Wenn alles funktioniert kann man über ein Gehäuse nachdenken. Bevor man alles einbaut, sollte man aber die Transistoren im Blick behalten. Bei höheren Lasten an den Ausgängen können die auch ganz schön warm werden und müssten die Wärme ja auch bei Dauerbetrieb los werden können. Sollten höhrere Lasten Geschaltet werden dann sollten auch die Leiterbahnen verstärkt werden damit sie dem Strom gewachsen sind. Ich habe die stromführenden Leiterbahnen im Bestückungsplan eingezeichnet. Entweder einfach Lötzinn flächig verlöten oder einen Draht flach auf der Bahn verlöten.

 

Viel Spass mit der Fertigen Schaltung.
Gruss,
Knolle_P (Oliver Pering)

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