Hier einige grundlegende Infos zum Ätzen von Platinen


Wenn Ihr aufwendige bzw. komplizierte Elektronische Schaltungen herstellen wollt, kommt Ihr irgendwann kaum umher die ganze Sache auf einer geätzten Platine zu löten. Eine geätzte Platine ist sowieso die einfachste und zuverlässigste Methode eine Schaltung aufzubauen.
Ihr könnt Euch die Platinen entweder bei mir im Shop bestellen, oder aber auch selber herstellen. Für die Eigen-Produktion habe ich zu jeder Schaltung auch ein selbst erstelltes Platinen-Layout auf der Internetseite.

To top

Aufbau einer Platine:

Die Platine besteht aus einem Trägermaterial, üblich sind z.B. Hartpapier sowie Epoxydharz.
Das Epoxydharzgewebe ist sehr stabil aber auch teurer und schwieriger zu verarbeiten (sägen und bohren) weil es einfach härter ist. Es ist wohl auch hitzebeständiger.
Auf dem Trägermaterial ist eine Hauchdünne Kupferschicht, meist 35µm (Mikrometer). Es gibt Platinen einseitig oder auch zweiseitig beschichtet, je nachdem was man herstellen will. Meine Projekte sind alle auf einseitigen Platinen aufgebaut und haben daher schon mal die ein oder andere Drahtbrücke.

Nun will man aber nicht das alle Bauteile mit allen Bauteilen eine elektrische Verbindung eingehen also muss man dafür sorgen das aus der Kupferfläche (dem Leiter) Stellen herausgearbeitet werden, so das sich nur die Bauteil Anschlüsse auch jeweils eine Kupferfläche teilen die auch elektrisch verbunden sein sollen.

To top

Gefräste Platinen:

Die erste Idee die einem kommen könnte wäre das man die "Unterbrechungen" einfach heraus fräst. Die Gefräste Platine gibt es tatsächlich und es werden alle unerwünschten Kupferstellen von einer CNC-Fräse herausgefräst. Das ist eine recht elegante Möglichkeit Platinen herzustellen, doch als ich erfahren habe was eine vernünftige CNC-Fräse kostet und wie oft man den "Bohrer" wechseln muss habe ich das dann doch gelassen mir so ein Gerät zuzulegen :o)

To top

Ätzstift-Variante:

Die 2te Idee ist das man die nützlichen Stellen (Kupferbahnen) abdeckt und somit schützt,  z.B. durch eine Lackierung.
Die ungeschützten Stellen bzw. Zwischenräume zwischen den gewünschten Leiterbahnen werden nun einfach von einer Säure, die das Metall angreift und schließlich auflöst, einfach ausgewaschen.
Das wäre auch schon die geätzte Platine. Die besagte Lackierung kann der Hobbyist z.B. mit einem säurefesten Stift herstellen. Man zeichnet die Leiterbahnen einfach auf die Kupferfläche und ätzt die unbemalten Stellen des Kupfers weg.

To top

Toner Transfer Methode:

Statt mit dem säurefesten Stift gibt es noch eine wesentlich elegantere Möglichtkeit das Kupfer auf der Platine vor der Säure zu schützen.

Man druckt sein Layout einfach mit dem Laserdrucker spiegelverkehrt auf eine Transfer-Folie und überträgt den Toner durch aufbügeln auf die Kupferschicht. Dadurch lassen sich sehr feine Leiterbahnen herstellen und das Kupfer wird durch den Laser-Toner ebenfalls geschützt wie bei der Ätzstift Methode.

To top

Photo-Beschichtete Platine:

Eine andere Möglichkeit als diese ominöse Transfer Folie, die ich noch nie probiert habe ist:
Auf die Kupferfläche wird flächig ein Schutzlack aufgetragen der die gesamte Kupferfläche schützt. Dieser Lack ist aber empfindlich gegen UV-Strahlung. Nun legt man eine Schablone (Ausdruck auf Transparentfolie) auf die Photopositiv beschichtete Platine und belichtet die ganze Sache mit UV-Strahlung. Überall wo die Folie das Licht durchgelassen hat (Leiterbahnzwischenräume) zersetzt nun die UV-Schicht die Schutzlackierung. Diese Platine wird nun wie ein schwarz weiss Foto entwickelt, indem sie in den Entwickler getaucht wird, der die UV-bestrahlte Lackierung ablöst. Schliesslich erscheint eine Kopie des Folien Ausdrucks auf der Kupferfläche und schützt die Leiterbahnen.
Die ungeschützten Stellen werden auch hier einfach weggeätzt. Eine gute absolut deckende Beleichtungs-Vorlage ist aber Bedingung, daher lege ich immer 2 Laser-Ausdrucke übereinander.

To top


|©www.HobbyElektronik.de | ©Knolle_P | (©Oliver Pering) |