Vor dem Nachbau steht die Auswahl der Platine (der Technik) mit der die Schaltung aufgebaut werden soll. Hier einige Möglichkeiten zur Auswahl.


Wenn Ihr euch eine meiner Schaltungen ausgesucht habt die Ihr gerne nachbauen wollt, dann stellt sich die grundsätzliche Frage, wie Ihr das anstellen wollt. 

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Was ist eine Platine und wofür brauche ich sowas?

a) Die Platine ist eine Platte die zur mechanischen Befestigung der Bauteile dient. Die Bauteile werden nebeneinander angeordnet und fixiert damit sie nicht lose durch die Gegend fliegen und sich berühren und Kurzschlüsse verursachen.

 

b) Die Platine stellt in vielen Fällen auch die elektrische Verbindung zwischen den einzelnen Bauteilen her und sorgt dafür das jede "Leitung" auch nur an die Stellen leitet wo sie hin soll.

 

Bei den professionellen Platinen (siehe 1.) ist das Trägermaterial aus Hartpapier oder Epoxydharz, und die Leitungen zwischen den Bauteilen bestehen aus hauchdünnen Kupferbahnen die auf der Unterseite des Trägermaterials angeordnet sind. (manchmal sind auch auf der Oberseite Kupferbahnen oder sogar in mehreren isolierten Schichten übereinander)
 Das Trägermaterial ist dabei natürlich ein Isolator, also nicht leitend. Da so etwas aber nicht so einfach herzustellen ist, gibt es verschiedene Methoden für den Hobbybastler die Bauteile doch sicher anzuordnen und zu verdrahten.

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1. Die geätzte Platine:

Die bequemste, sicherste und eleganteste Möglichkeit ist eine geätzte Platine. Diese Platine ist nun entweder selbst herzustellen, was aber für jemand unerfahrenen schon eine echte Herausforderung sein kann, oder Ihr bestellt einfach eine Platine bei mir in meinem Platinenservice, den ich extra dafür eingerichtet habe.
 Dies ist jedenfalls besonders einfach, weil man die Bauteile einfach wie auf meinem Bestückungsplan angegeben durch die Löcher der Platine steckt und auf der Rückseite verlötet. 
 Wenn man nicht gerade ein falsches Bauteil einsetzt, oder selbiges falsch herum platziert, kann bis auf schlechtes Löten eigentlich schon nichts mehr schief gehen.

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2. Die Lochraster Platine

Die andere Möglichkeit ist, das Ihr die Platine auf Lochraster-Platinen aufbaut. Das ist aber besonders bei Schaltungen mit ICs schon eine Herausforderung!!! Man muss sich die Bauteileanordnung selber ausdenken, und die Verbindungen derselben mit Drähten bewerkstelligen, da kann einem schnell ein Fehler passieren. Ist also wirklich nicht einfach!
 Diese Lochraster Platinen gibt es mit verschiedenen Leiterbahnen. Die wohl gängigste ist die Streifenraster-Platine, die auf der Unterseite Kupferstreifen hat, die an einigen Stellen dann unterbrochen werden müssen um Kurzschlüsse zu vermeiden, und an anderen Stellen aber miteinander verbunden werden müssen um alle Verbindungen herzustellen.
 Bei den ICs bitte auf die Beinchen-Nummerierung achten .. (siehe Punkt3)

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3. Die Papier Platine

Eine weitere eigentlich recht interessante Möglichkeit ist die Pappierplatine. Man druckt mein Platinen-Layout auf dem Drucker in Originalgröße aus und klebt es auf ein Stück Pappe. Nun piekst man an jeder Stelle wo ein Bauteil ein Beinchen haben soll einfach ein Loch durch die Pappe und steckt das ensprechende Teil an seinen Platz. Nun fehlen einem eigentlich nur noch die Leiterbahnen... aber die kann man ja mit Drähten nachbilden. Man zieht also die Drähte auf der Unterseite und verlötet sie da... 
 Alternativ und vielleicht noch einfacher: Man kann auch mit dem Schaltplan als Ausdruck arbeiten, da hat man dann noch mehr platz, aber Achtung, bei den ICs stimmen die Anschlüsse auf dem Schaltplan räumlich nicht mit denen des tatsächlichen ICs überein.
 Die Beinchen die ein IC im Schaltplan auf der Linken Seite hat, können in Wirklichkeit über das gesamte IC verteilt angeordnet sein. Man kann das nur an den Nummern erkennen. Die Beinchen der ICs sind gegen den Uhrzeigersinn nummeriert.

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4. Lötnagel Variante

Die Alternative zur wackeligen Papierplatine ist auch noch die Variante mit Lötnägeln. Mann sucht sich eine Holzplatte (Sperrholz, Spanplatte...) und statt die Bauteile durchzustecken nimmt man Lötnägel (gibt's im Elektronik-Laden) und steckt oder hämmert diese an den Stellen in die Holzplatte wo die Beinchen der Bauteile hinkommen.
 Hierzu kann man auch wieder einen Ausdruck des Schaltplanes auf die Holzplatte legen. Nun kann man die Bauteile an die Lötnägel löten und auch die Drähte an den Lötnägeln anlöten. Funktioniert aber nicht bei Schaltungen mit ICs weil da die Beinchen zu dicht beisammen sind.

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5. Lüsterklemmen Methode

Für ganz einfache Schaltungen kann man auch Lüsterklemmen verwenden.

Man sucht sich möglichst einen Riegel mit kleinen Lüsterklemmen und verschaltet die Bauteile dann mit zusäztlichen Drähten. Bei IC-Schaltungen ist das selbstverständlich nicht möglich, da die Anschlussbeinchen viel zu dicht beisammen sind.

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