Will man selbst geätzte Platinen mit einem einigermaßen proffesionell aussehendem Bestückungsaufdruck versehen, geht das ganz wunderber mit der Toner-Transfermethode.


Vorgeschichte und Bla Bla

Ich war mit meinem Laserdrucker mal wieder Etiketten beim drucken um Platinen und Bauteile zu verschicken.

Als ich dann versehentlich eine falsche Nummer in die Software eingegeben habe, wurden die Adressen teilweise an Stellen gedruckt wo schon keine Etiketten mehr auf der Trägerfolie waren. Damit sich die Etiketten schön von der Din A4 Trägerfolie ablösen lassen ist diese glänzend und schön stabil. Für den Laserdrucker zudem hitzebeständig.

Als ich das gesehen habe, fiel mir wieder die Toner-Transfer Methode ein mit der manche Leute Platinen beschichten, um sie dann zu ätzen und sich den Vorgang des Belichtens und Entwickelns zu sparen. 

Da sich auch der Toner von der glänzenden Trägerfolie hier schön ablösen sollte, konnte ich der Versuchung dann doch nicht widerstehen das ganze mal auszuprobieren.Wenn auch nicht zum ätzen, dann hier wenigstens zum Herstellen eines Bestückungsaufdruckes für meine Platinchen.

 

 

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1. Der Ausdruck auf Folie

Ausdruck Bestückungsplan auf Trägerfolie
Ausdruck Bestückungsplan auf Trägerfolie
Hier erkennt man den Glanz der Trägerfolie
Hier erkennt man den Glanz der Trägerfolie

Der erste Schritt ist der Ausdruck des Bestückungsplanes auf die Folie die keine Etiketten mehr enthält. Das ist ja ganz praktisch das wir hier ein Abfallprodukt verwenden. Das ist kostengünstig und umweltfreundlich. Man kann auch professionelle Transfer-Folien kaufen aber ich denke die funktionieren nicht viel besser als meine Etiketten Träger-Papiere von denen ich mehr als genug habe.

Wichtig ist, das man den Plan spiegelverkehrt ausdruckt, damit nachher alles lesbar ist, und auch die Bauteile nicht plötzlich verpolt eingesetzt werden!!!

Da ich immer einen ganzen Satz Platinen auf einmal fertige, habe ich gleich viele Bestückungspläne passend auf ein Din A 4 Blatt gequetscht.

Damit der Bestückungsaufdruck und das Layout der vielen Platinen genau übereinander liegen, habe ich beide gleichzeitig im Grafikprogramm über das Blatt verteilt und beim Druck entweder nur das Layout für die Ätzvorlage oder nur den Bestückungsplan für den Transfer eingeblendet und gedruckt.

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2. Löcher zur Orientierung

Platine mit gebohrten Löchern in den Ecken
Platine mit gebohrten Löchern in den Ecken
Hier nochmal in Nahaufnahme
Hier nochmal in Nahaufnahme

Als nächstes habe ich ein paar Bauteile-Löcher in die Platine gebohrt um die Druckvorlage auch möglichst passend daran ausrichten zu können. Schließlich sollen die Bohrlöcher auch mit dem Bestückungsdruck übereinstimmen.

Prinzipiell reicht es ja wenn man in jeder Ecke der Platine ein Loch bohrt.

Ich habe ein paar mehr gemacht um sicher zu gehen das auch alles stimmt. War ja mein erster Versuch mit Toner-Transfer.

 

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3. Vorlage ausrichten

Ausrichten der Druckvorlage gegen Licht
Ausrichten der Druckvorlage gegen Licht
Nochmal in Nahaufnahme
Nochmal in Nahaufnahme

Anhand der Löcher, kann man nun die Vorlage auf der Platine ausrichten. Das geht am besten gegen Licht. Die Bohrlöcher zeichnen sich dann als Punkte auf der Druckvorlage ab. Ideal ist dafür ein Leuchttisch, den ich mir vielleicht mal bauen werde wenn ich ganz viel Zeit habe. So was ist auch für diverse andere Arbeiten ganz praktisch.

 

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4. Aufbügeln

Vorlage auf Platine
Vorlage auf Platine
Aufbügeln mit Handtuch
Aufbügeln mit Handtuch

Liegt die Vorlage schön ausgerichtet auf der Platine auf, kann man mit dem Bügeln beginnen. Ich habe ein Handtuch auf die Platine gelegt, um möglichst gleichmäßig Druck auszuüben. Ohne das Handtuch bleiben vielleicht Stellen die ich mit dem Bügeleisen nicht erwische, da die Platine und der Untergrund ja vielleicht auch nicht ganz plan sind. Von wegen: "viel hilft viel" habe ich das Bügeleisen auch auf ganz heiß gestellt. Ich habe es nachher mal mit weniger probiert, aber das hats nicht gebracht.

Sobald ich mehr Erfahrung und womöglich neue Erkenntnisse gewonnen habe, kann ich hier ja berichten.

Wichtig ist genügend Hitze, viel Druck und das die Vorlage nicht verrutscht.

Sobald man aber etwas gebügelt hat, kann sie eigentlich nicht mehr verrutschen, da der Toner schmilzt und sich wie Klebstoff mit der Platine verbindet. Daher kann man auch erst vorsichtig "anbügeln" und dann mit Handtuch hinterher, wenn nichts mehr verrutschen kann.

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5. Ablösen der Trägerfolie

Die bedruckte Platine
Die bedruckte Platine
Die leere Trägerfolie
Die leere Trägerfolie
In Nahaufnahme
In Nahaufnahme
Leider etwas veschoben...
Leider etwas veschoben...

Sobald man meint das alles gut gebügelt ist, kann man an einer Ecke versuchen die Trägerfolie ein wenig anzuheben. Beim Abziehen schauen, ob auf der Folie auch keine Toner-Rückstände mehr sind, ansonsten nochmal bügeln und wieder schauen bevor man die ganze Folie abzieht. Auf diese Weise sieht man sofort ob irgendwo noch nach gebügelt werden muss und kann das ohne großen Aufwand ausbessern. Ist die Folie erst einmal ganz abgezogen, bekommt man sie nur schwer wieder exakt ausgerichtet.

Auf dem Bild kann man schön sehen das keine Rückstände mehr auf der Folie geblieben sind. Es wurde alles 1A übertragen.

 

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6. Finale...

Die Fertig bedruckte Platine jetzt auch Seitenrichtig.
Die Fertig bedruckte Platine jetzt auch Seitenrichtig.

So nun haben wir unsere Wunderschöne Platine, außer man stellt wie ich fest das man vergessen hat alles spiegelverkehrt zu drucken. Daher kann man den Bestückungsaufdruck weder lesen, noch stimmt die Ausrichtung der Bauteile... Besonders die Gleichrichter der Platine würde man so verkehrt herum einbauen.

Mir ist das aber nicht aufgefallen, weil die Platine so symmetrisch war.

 

Ich habe dann alles mit Verdünnung wieder abgewaschen und das ganze noch einmal gemacht.

 

Das Ergebnis ist nicht ganz so gut geworden wie mein erster Versuch, aber Übung macht den Meister....

Jetzt stimmt aber wenigstens die Ausrichtung der Bauteile und man kann deren Werte auch lesen, was ebenfalls Vorteile hat!

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