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25.11.2015

Das Wasserprojekt 2

Das doppelwandige Druckrohr mit Schlauchanschluss..
Das Druckrohr mit Schlauchanschluss..

Nach meiner Wasseranzapfanlage mit Pumpe, die einige Zeit Ihren Dienst in der alten Mietswohnung getan hat, sind wir in ein kleines Haus mit Garten gezogen. Hier ist nun wieder ein (etwas größerer) Gartenteich dessen Wasser ich wie üblich zum Gemüse gießen verwende. Nun muss dieser aber schneller wieder voll werden als es von alleine hineinregnet. Etwas entfernt ist ein Fallrohr vom Hausdach für das Regenwasser. Dieses Fallrohr soll hier angezapft werden und zwar so, das durch einen kleinen 1/2 Zoll Gartenschlauch von ca. 6 Metern Länge tüchtig viel Wasser läuft, damit auch bei Starkregen nicht so viel Wasser ungenutzt in der Kanalisation verschwindet. Damit das auf die Schlauchlänge überhaupt funktioniert habe ich das Druckrohr gebastelt.

1. Das Problem...

Nun ja irgendwo flog bei mir noch so eine Standard Fallrohr-Anzapfmuffe rum. Diese Muffe hat im Innern eine Art Kragen der ca. 2 cm. hoch ist und in dem sich das Wasser sammeln soll. Nach aussen hin eine Öffnung an die ich den Schlauch angeschlossen habe. Ich habe die Muffe weit oben im Fallrohr montiert damit der Schlauch ein schönes Gefälle bis zum Teich hat und der Sog bei viel Regen auch viel Wasser durch den Schlauch zieht.

Beim ersten Test hat das auch noch etwas funktioniert, aber beim zweiten kam schon nichts mehr durch den Schlauch und das ist auch logisch. Mein Schlauch macht einen kleinen Umweg und ist daher ca. 6 Meter lang. Der ist Teichrand ca. 20cm hoch und über eben diesen muss das Wasser geschoben werden das unten im Schlauch zurück bleibt. Der Schlauch läuft eben nicht komplett leer sondern unterhalb vom Teichrand bleibt das Wasser im Schlauch stehen. Also bis zu 20cm. Jetzt muss das Regenwasser wenn es in den Schlauch will, so viel Druck erzeugen das es das Wasser unten aus dem Schlauch eben diese 20cm hoch drücken kann. Jetzt habe ich die Muffe ja im Fallrohr auf 2Meter Höhe montiert, das sollte also reichen um das Wasser unten um 20cm nach oben zu drücken, aber das Wasser läuft gar kein Stück in den Schlauch weil die Luft nicht entweichen kann. Es bildet sich also nur der Wasserdruck von den 2cm des Kragens, der Schlauch bleibt oben luftgefüllt. Sollte doch etwas Wasser in den Schlauch rinnen, sorgt das nur für einen etwas steigenden Pegel unten im Schlauch, der dann irgendwann in den Teich überläuft bzw. tröpfelt. Das reicht aber nicht.

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2. Die Lösung...

Also um das Restwasser im Schlauch 20cm nach oben über den Teichrand zu schieben, benötigen wir eine Wassersäule von mehr als 20cm. Da der Schlauch ja vielleicht nicht ganz glatt liegt und hier und da mal eine Welle macht über die das Wasser ebenfalls geschoben werden muss, sollte man also lieber etwas mehr einplanen. Bei zwei Hügeln a 20cm benötigten wir wahrscheinlich auch min. 40cm Wassersäule...plus Reserve. Liegt das Schlauchende unter Wasser, kommt noch die Wassertiefe bis zum Schlauchende hinzu, da man die Luft ja auch unter das Wasser drücken muss. Jeder der mal versucht hat durch einen Schlauch oder Rohr Luft einen Meter tief ins Wasser zu pusten, weiß wovon ich rede...

Man könnte natürlich versuchen eine Entlüftung am Schlauch anzubringen damit das Wasser von oben besser hineinfließen kann um dann die Säule zu bilden, aber das behindert auch wieder den Sog wenn das Wasser mal läuft. Und wohin soll man die Entlüftung machen? Zu weit oben, reicht die Wassersäule nicht. Zu weit unten, ist Wasser im Weg und blockiert die Entlüftung.


Also habe ich eine Anzapf-Muffe mit einem 100cm Kragen gebastelt, Die sollte ein vielfaches an Druck erzeugen wie ich hier benötige, aber viel hilft bekanntlich viel :o)

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Hier soll das Wasser angezapft werden...
Hier soll das Wasser angezapft werden...
Der Materialhaufen...
Der Materialhaufen...

3. Fallrohr öffnen...

Als erstes habe ich einen Teil des Fallrohrs entfernt. Bei mir war das einfach, da es ein 1-Meter Stück Kunststoffrohr war, das ich einfach herausnehmen konnte, nachdem ich die Holzverkleidung geöffnet hatte.

Das Rohr hätte ich gleich weiter verwenden können, aber ich habe ein entsprechendes neues Rohr gekauft, das nicht so mit Farbe voll gemalt ist. Falls was schief läuft kann ich das alte Rohr einfach wieder einsetzen.

Ganz oben am Rohr hatte ich die originale Wasser-Anzapf Muffe an gebracht, aber es hat nicht funktioniert!!!
Auf Bild 1 sieht man noch den gelben Schlauch da hängen.

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Dickes Rohr mit Wartungsmuffe und daneben liegenden Innenrohr...
Dickes Rohr mit Wartungsmuffe und daneben liegenden Innenrohr...
Das Einstecken des Rohres in die Muffe geht mit etwas "Spüli" einfacher...
Wenns klemmt nimmt man etwas Seife.

4. Muffe mit Rohr verbinden...

Auf dem Bild links (in der Mitte) sieht man schon die Anordnung der Teile. Unten die Wartungsmuffe mit dem Meter Rohr darüber. Das dünne, danebenliegende Rohr, soll genau in der Höhe wie es da liegt, wasserdicht in die Muffe geklebt werden und zwar genau im Zentrum. Das Wasser kann dann die Muffe nach unten nicht passieren. Daher staut sich das Wasser im dicken Rohr über der Muffe bis es fast einen Meter hoch im dicken Rohr steht. Dann läuft es nach innen in das dünne Rohr über, welches das Wasser nach unten hin durch die Wartungsmuffe hindurch in den Kanal abführt. Die Schlauchverbindung kommt an den Schraubdeckel der Wartungsmuffe. Der Deckel ist mit einer Dichtung versehen, und verschraubt wasserdicht.

Schon haben wir eine maximal 1-Meter hohe Wassersäule und genüngend Druck um das Wasser duch den ganzen Garten zu leiten.

Wenn sich das Rohr nicht gut in die Muffe stecken lässt, kann man einfach etwas Spüli an das Gummi der Muffe geben. (Soll keine Schleichwerbung sein)

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5. Innenrohr einkleben...

Das Innenrohr habe ich auch noch im Garten gefunden, es nur vor dem Verkleben mit zwei Komponenten Montageschaum abgeschmirgelt damit es sauber ist, und der Montageschaum auf der rauen Fläche hoffentlich besser haftet. Die Kunst ist jetzt das Rohr sauber zu zentrieren. Es soll mittig im dicken Rohr sitzen, damit von oben nicht zu viel Wasser in das dünne Rohr läuft. Das 'Wasser läuft ja meist am Rand des dicken Rohres entlang. Am besten also irgendwelche Abstandshalter basteln, z.B. drei Pappkartonstreifen, die das Rohr oben und unten zentrieren.

Ich habe zwei Komponenten Schaum verwendet, da dieser wasserbeständiger sein soll. Das Rohr also unterhalb der Wartungsöffnung einschäumen. Die Oberseite auch mit drei Schaumknubbeln dauerhaft zentrieren. Nachdem der Schaum etwas angezogen hatte, konnte ich in der Muffe eine schöne Schräge modellieren, über die das Wasser und auch Dreck schön zur Öffnung der Wartungsmuffe laufen kann (siehe rechtes Bild).

Mit etwas Schmirgelpapier habe ich das Innenrohr von außen, gereinigt bzw. aufgeraut.
Das Innenrohr mit etwas Schmirgel angerauht.
Mit zwei Komponenten Montageschaum fest verklebt...
Mit zwei Komponenten Montageschaum fest verklebt...

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Hier ist das Rohr mit der Muffe in Position...
Hier ist das Rohr mit der Muffe in Position...
Hier mit Schlauch, unten das Rohr muss noch aufgesteckt werden.
Hier mit Schlauch, unten das Rohr muss noch aufgesteckt werden.

6. Montieren und Schlauch anschließen...

Wenn das Rohr gut durch getrocknet ist, kann man es einsetzen und den Schlauch anschließen. Meine Wartungsmuffe hat einen glatten Deckel an den ich einen 1/2 zoll Schlauchstutzen schrauben wollte, aber den hatte hier keiner vorrätig. Muss ich dann wohl mal im Internet bestellen. Provisorisch habe ich ein Loch gebohrt und den Schlauch mit Gewebeklebeband umwickelt, bis die Größe stimmt. Das hält schon seit über 1,5 Jahren...

Den Schlauchanschluss habe ich übrigens absichtlich nicht unten an der Wartungsöffnung gemacht, da die Kappe aufgeschraubt wird und man nachher eh nicht weiß wo genau unten ist. Außerdem sammelt sich ja auch Dreck in der Muffe, und wenn der Schlauch ganz unten ist verstopft er auch schneller.

Zum Testen habe ich das untere Rohr in die Kanalisation noch nicht angeschlossen, um zu sehen wie viel Wasser die Muffe vorbei lässt. Es war aber kaum Wasser das verloren gegangen ist. Fast alles ist durch den Schlauch in den Teich gelaufen. In den Kanal ist nur das Wasser getröpfelt das oben in das innere Rohr gespritzt ist.

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7. Fazit...

Die Anlage läuft seit über 1,5 Jahren einwandfrei. Sogar der provisorisch angeschlossene Gartenschlauch ohne 1/2 Zoll Muffe, hält immer noch mit seinem Gewebeband.

Der Schlauch war allerdings das ein oder andere mal verstopft, so das nur wenig Wasser hindurch gekommen ist. Ich habe dann einfach Leitungswasser rückwärts hindurch gejagt, dann war er wieder frei und der Dreck ist dann auch mit raus geflossen.

Man könnte natürlich noch ein Filtersieb oben Trichterförmig über dem dünnen Rohr einbauen und zwar so das der Dreck immer in das Dünne Rohr gespült wird....

So muss man halt irgendwann mal die Wartungsmuffe öffnen und den Dreck ausleeren wenn der Schlauch sich durch Rückspühlen nicht mehr reinigen lässt, bzw. gleich immer wieder verstopft. Aber durch den Druckd der hohen Wassersäule wird fast alles durch den Schlauch gedrückt..

Viel Spaß beim Nachbau....


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